#104 Musik in der Medizin - Melodie der Gesundheit

Shownotes

Kann ein Musikstück die Dosis von Schmerzmitteln nach einer Operation verringern? Die Antwort der modernen Wissenschaft lautet eindeutig: Ja. Was wie ein Wunder klingt, ist im Jahr 2026 wissenschaftliche Realität. Musik verlässt die Nische der reinen Wohlfühl-Angebote und revolutioniert als hochpräzises Werkzeug die moderne Medizin. . Akustische Reize greifen tief in unsere Physiologie ein.
Wie verändern Klänge unseren Blutdruck, Stresshormone (Cortisol) und das Kuschelhormon Oxytocin? Wie formt Rhythmus aktiv unsere grauen Zellen und fördert die Gedächtnisbildung (Neuroplastizität)? Macht es für das Gehirn einen Unterschied, ob wir alleine unter der Dusche singen oder im großen Chor? Bei welchen Krankheiten (von Depressionen über Schlaganfälle bis hin zu chronischen Schmerzen) ist die Wirkung von Musiktherapie heute glasklar bewiesen? Oder was passiert im Gehirn, wenn uns ein Ohrwurm als Dauerschleife den ganzen Tag verfolgt? Spannende Fragen, die Host Dr. Silvia Maurer mit der renommierten Forscherin Prof. Dr. Dr. Bettina Pfleiderer in dieser Folge von „Schmerzmedizin konkret“ beantwortet. Hören Sie jetzt rein und erfahren Sie, wie die Medizin das älteste Heilmittel der Menschheit neu entdeckt! Abonnieren Sie „Schmerzmedizin konkret“ auf der von Ihnen bevorzugten Podcast Plattform, um keine Folge mehr zu verpassen. Also: Ton einschalten, Erwartung auf „positiv“ stellen, es wird wieder spannend –

Moderation: Dr. med. Silvia Maurer Fachärztin für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Psychotherapie, Akupunktur, Chinesische Arzneimitteltherapie (ÖÄK), Algesiologin DGS, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Experte: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Bettina Pfleiderer, studierte und promovierte in Chemie uns Medizin, Professorin an der Universität Münster, Institut für Klinische Radiologie, mit Schwerpunkt Kognition und Gender sowie häusliche Gewalt, ehemalige Präsidentin des Weltärztinnenbundes von 2016-2019.

_Anmerkung: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit und Zuhörens im Podcast wird bei Personenbezeichnungen die männliche Form gewählt. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter (m/w/d).

Disclaimer: „Dieser Podcast dient der Information und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.“_

Transkript anzeigen

00:00:01: Welche Mechanismen gebe ich den Patienten oder der Patientin mit?

00:00:04: Auch bei Angst.

00:00:05: Wie kann man die reduzieren, welche Musik ist für diejenige Person, die vor mir sitzt eine sehr gute Möglichkeit sich wieder zu beruhigen?

00:00:15: Das hat immer was mit dem Gehirn zu tun und da finde ich kann Musik sehr viel bewirken.

00:00:21: Schmerzmedizin

00:00:22: konkret!

00:00:23: Der Podcast der deutschen Gesellschaft

00:00:25: Für

00:00:25: Schmerzen Medizin Mit Dr.

00:00:27: Silvia Maurer Fachärztin für Anesthesiologie, spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Psychotherapie

00:00:35: und

00:00:35: chinesische Arzneimitteltherapies.

00:00:38: Klar?

00:00:38: Praxisnah?

00:00:39: Evidenzbasiert!

00:00:41: Hallo und herzlich willkommen zu Schmerzmedizin konkret, dem Podcast der Deutschen Gesellschaft für Schmerzen Medizin.

00:00:47: Wir schreiben das Jahr im Jahr ist es seit dem Jahr die Zeit von zwei Jahren.

00:00:50: Musik ist längst keine reine Unterhaltung mehr.

00:00:53: Sie ist ein hochpräzises Werkzeug in der modernen Medizin.

00:00:57: wird eingesetzt in der Behandlung verschiedener Erkrankungen in jedem Alter vom Frühchen bis hin zum Kreis.

00:01:03: Aber wie wirkt Musik?

00:01:05: Ähnlich wie ein Medikament?

00:01:06: Was passiert in unserem Gehirn wenn wir musizieren oder singen?

00:01:10: Wie verändert einen Rhythmus die Architektur unseres Gehirns?

00:01:14: Bei welchen Erkrankungen wird Musik erfolgreich eingesetzt, was hat es mit den Ohrwürmern auf sich diesen Liedern, die uns einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen.

00:01:24: In dieser Folge spreche ich mit Frau Professor Dr.

00:01:26: Dr.

00:01:27: Bettina Pfeiderer darüber wie Musikleben verändert, Krankheiten lindert und was im Kopf eines jeden passiert wenn die erste Note erklingt.

00:01:36: Frau Prof.

00:01:36: Pfeiderer hat Chemie und Medizin studiert, sie war Präsidentin des Weltärztinnenbundes Und im Laufe der Jahrhunderte wurde die Musik in der Medizin mal als Unsinn abgetan, mal als Hilfe angesehen.

00:02:11: Heute beschäftigt sich die Hirnforschung mit der Wirkung von Musik beim Einsatz verschiedener Erkrankungen und mithilfe Bildgebender sowie auch empirische Verfahren wird in zahlreichen Studien die Wirksamkeit musiktherapeutischer Verfahren bei verschiedenen Indikationen untersucht.

00:02:26: Was wissen wir mittlerweile?

00:02:28: Beginnen wir doch mit der Physiologie der Lehre von den natürlichen Lebensvorgängen.

00:02:33: Wie beeinflusst denn Musik diese physiologischen Prozesse wie Herzschlag, Blutdruck, Hormonhaushalt, Stresslevel und was wir da so alles kennen?

00:02:42: Idealerweise wenn wir die Musik mögen das hängt natürlich auch davon ab

00:02:48: kann

00:02:48: der Herzschlag gesenkt werden.

00:02:51: Der Blut druck geht runter.

00:02:55: Ich sag mal stresslastig weil das Cortisol als Reaktion auf eine Stressreaktion geht auch runter in der Konzentration.

00:03:05: und das liegt einfach daran, dass Musik sozusagen in vielen Fällen eine beruhigende Wirkung auslösen kann.

00:03:14: Sozusagen auch das Gehirn beruhigt wenn man so möchte.

00:03:19: Und das spielt sich dann in verschiedenen Hirnregionen ab.

00:03:22: oder gibt es eine ganz spezielle?

00:03:24: Nein, das Gehirn arbeitet ja sowieso in Netzwerken und es gibt das sogenannte Musiknetzwerk.

00:03:31: Ich erklär das am einfachsten!

00:03:32: Sie sitzen da, hören Musik.

00:03:35: Als erstes kommt natürlich diese Musik über den Hörnerf irgendwie ins Gehirnen Und im Gehirne ist die erste Station in dem Töne oder Musik- oder Sprache ankommen Die Hörrinde.

00:03:47: Dann gibt es die sogenannten Primärehörründe.

00:03:50: Da wird überhaupt erstmal wahrgenommen dass etwas kommt.

00:03:53: Das ist sozusagen das Schalter an aus.

00:03:56: Dann haben wir die sekundäre Hörende, die verarbeitet das bereits.

00:04:02: Ist das bekannt?

00:04:02: Ist es nicht bekannt?

00:04:04: Gleichzeitig geht bei uns das Gefühlsystem an und das sogenannte limbisches System.

00:04:09: Das hat etwas mit Emotionen zu tun.

00:04:11: Dann gibt es den Hypokampus, das sogenanntes Sepferdchen im Gehirn.

00:04:17: Das hatte etwas mit Erinnerung zu tun!

00:04:19: Kenne ich die Musik... geht tatsächlich ins Langzeitgedächtnis.

00:04:24: Gleichzeitig mehr oder weniger passiert dann was im Vorderhörn, da werden dann so Bewegungsmuster sozusagen aktiviert.

00:04:32: Möchte ich zum Beispiel zu der Musik tanzen?

00:04:34: Oder möchte ich wettlaufen weil ich die Musik nicht mag?

00:04:37: Das ist das Kurzzeitgedäftnis!

00:04:39: Dann haben wir das Kleinhörn und das ist hinten sozusagen ein bisschen über dem Nacken.

00:04:44: Da haben wir Bewegungskordination, Rhythmus Takt wird da verarbeitet.

00:04:50: Und dann, und das ist ganz wichtig,

00:04:52: Sprachareale

00:04:53: gehen an.

00:04:54: Das sind arealem Gehirn.

00:04:55: die gehen gleichzeitig auch an wenn wir sprechen meistens auf der rechten Seite des Gehirns und man sagt dass Musik nicht nur eben Musik ist sondern gleichzeitig auch etwas wie Sprache für das Gehirnen.

00:05:08: Und letztendlich haben wir noch den Talamus.

00:05:11: Das hat eben auch wieder was mit Aufmerksamkeit zu tun.

00:05:14: Man sagt immer der Talamus ist das Tod zum Gewinnen Wust sein.

00:05:17: und ja, manche Musik die kommt nie bei uns an.

00:05:21: Die bleibt immer vor dem Tor wenn es uns nicht interessiert oder vielleicht im Zuseham Hintergrund ist oder manche muss sie kommt durch und macht eben dieses Netzwerk an.

00:05:30: Jetzt

00:05:30: haben Sie gesagt das ist ein bisschen auch davon abhängig von unserer Erinnerung an die Musik.

00:05:35: Das heißt also beidem eine hat Hardrockmusik die gleiche Wirkung wie klassische Musik beim anderen

00:05:41: Ja ganz klar, das sind ja unsere Vorlieben.

00:05:43: Also ich sag's mal so wenn ich jetzt Techno-Musik hirn würde... Das ist einfach nicht meine Musik!

00:05:49: Das ist sehr individuell.

00:05:50: und Geschmack.

00:05:51: da würde mein Gehirn sagen oh Himmel.

00:05:54: Impuls wäre Musik aus oder weggehen.

00:05:58: gehen ganz andere Hirnareale an.

00:06:00: Es gibt auch noch einen Kern, den nennen wir die Amygdala.

00:06:04: das ist sogenannte Angst oder aber auch Edelkern.

00:06:06: der würde bei mir wahrscheinlich aufleuchten wenn ich aber jetzt ein schönes klassisches Musikstück hören würde oder ein schönest Oh Wurm-Lied, wie auch immer.

00:06:16: Da kommen wir ja vielleicht noch drauf.

00:06:17: Da ist es so das bei mir die Amygdala gar nicht antworten würde sondern eben dass das emotionale Zentrum angehen würde aber mit positiven Assoziation und da würden dann auch die Wirkungen.

00:06:29: wie Herzschlag geht runter gefällt mir der Musik nicht, da geht der Herzschlag eher hoch.

00:06:33: Ja und dann haben sie auch gesagt hat.

00:06:35: Auswägung auf die Hormone.

00:06:36: Sie haben das Cortisol oder das Cortison genannt Aber es gibt ja auch andere Hormonen die da sicher eine Rolle spielen

00:06:44: Beispielsweise das Oxytocin, das ist ja das sogenannte Bindungshormon.

00:06:49: Viele kennen das Oxytozin möglicherweise als Hormon, dass ausgeschüttet wird wenn man ein Kind bekommen hat und man als Mutter das Kind anzieht und da eine Bindung aufbaut.

00:07:01: Das wird dann sehr aktiv ausgeschüttert ist auch zuständig, dass dann die Milch schießt wie man das nennt.

00:07:10: Aber Oxytocin ist überhaupt ein Hormon, das immer dann ausgeschüttet wird wenn wir mit anderen agieren Wenn wir Freunde, Freundinnen sehen und so weiter.

00:07:19: Es ist also ein ganz wichtiges Hormone, das unser Gehirn-Click empfindet Wie man es so plakativ sagen möchte.

00:07:27: Und dieses Oxytorzin wird eben, wenn uns die Musik fällt Und wenn wir auch Erinnerungen haben, wo wir die zum Beispiel gehört haben.

00:07:36: Zum Beispiel auf einem, vielleicht in einem Fest oder wenn wir eine Person getroffen haben, die wir sehr schätzen und haben diese Musik zusammengehört da geht das Oxytorzin wird da sozusagen ausgeschüttet und wir empfinden Wohlbefinden und Glück.

00:07:52: Jetzt haben wir die ganze Zeit ja erst mal darüber geredet, wenn man Musik hört.

00:07:56: Was ist es, wenn Sie selbst macht?

00:07:57: Wenn man zieht oder wenn man ein Instrument spielt?

00:07:59: hat das auch nochmal andere Auswirkungen?

00:08:02: Ja ganz klar!

00:08:03: Also man muss natürlich unterscheiden spiele ich das Instrument alleine oder spiele mit anderen oder singe ich mit anderen.

00:08:12: Wenn wir jetzt mit anderen Musik machen... sozusagen noch ein Boost, wenn man so möchte für Oxytoxin.

00:08:19: Für dieses Bindungshormon.

00:08:20: Weil uns oder das Gehirn einfach sehr glücklich macht, wenn wir mit anderen etwas machen und dass dann auch positiv belegt ist.

00:08:29: natürlich wenn Musik für sich alleine macht Ist das auch schon für das Gehörnschön?

00:08:34: Da ist denke ich gar nicht so der Unterschied zu groß Wenn man es

00:08:38: macht

00:08:39: ob man es hört oder macht weil Für das Gehirn ist es nicht entscheidend, denn wenn wir Musik hören kann das oft auch so was sein.

00:08:47: Dass wir uns an etwas erinnern und dass uns glücklich macht oder schöne Erinnerungen sozusagen induziert.

00:08:54: Deswegen würde ich sagen, das ist nicht zu entscheidende aber entscheidender ist ob wir es alleine oder mit anderen machen.

00:09:00: also immer etwas mit anderen gemeinsam ist für das gehirn ein boost ein verstärker Glücksempfinden, weil bestimmte Hormone eben wie das Oxytocin noch stärker ausgeschüttet werden.

00:09:14: Wenn Sie jetzt über diese Hormonen und Glückshormone sprechen und so dann wäre doch die Musik sicher sehr gut einsetzbar bei Erkrankungen wie Depressionen oder natürlich auch beim Schmerz Demente vielleicht?

00:09:27: Die sich dann wieder erinnern was sie früher so gehört haben oder ja die damit auch wieder etwas anfangen können.

00:09:34: wo setzt man sie denn jetzt wirklich gezielt ein?

00:09:37: Wenn man ehrlich ist, es wird überall eingesetzt wo man offen ist diese Therapie einzusetzen.

00:09:44: Es ist eben so dass man dazu einen Musiktherapeutin braucht oder eine Musiktherapeutin und das sind ja Kosten die können nicht immer abgerechnet werden.

00:09:55: Das heißt man braucht auch die Mittel dafür zum Beispiel in psychiatrischen Kliniken Musiktherapie ein zu setzen.

00:10:01: In Schmerzkliniken wird sie aber auch tatsächlich auch eingesetzt.

00:10:07: Es ist tatsächlich auch, man braucht Mittel.

00:10:11: Aber was man klar sagen muss ich finde diese Musiktherapie sehr hilfreich weil sie unterstützt Therapien die bereits medikamentös beispielsweise vorhanden sind.

00:10:24: Und vielleicht, wenn Sie mir erlauben würde ich gerne ein Zitat einer Brustkrebsüberlebenden zitieren.

00:10:31: Ich habe nämlich die Wirkung von Musiktherapie bei Personen und bei Frauen mit Brust Krebs untersucht vor- und nach Therapie, die depressiv waren.

00:10:42: Und ich glaube das sagt sehr schön wie Musik wirken kann!

00:10:47: Wenn ich eines in den vergangenen Wochen gelernt habe, dann ist es die Erkenntnis das nicht nur der Körper geheilt werden muss sondern auch die Seele.

00:10:57: Obwohl ich anfangs eher skeptisch war da ich weder großartig musikalisch bin noch gut singen kann, bin ich im Nachhinein so unglaublich dankbar an dieser Maßnahme teilgenommen zu haben denn Musik bringt die Seelle zum Schwingen und bewirkt in uns erstaunliche Dinge.

00:11:13: gerade dann Wenn man sich durch die Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes oft sprachlos vor Entsetzten und Angst oder sich ohnmächtig fühlt, kann Musik eine wunderbare Brücke schlagen.

00:11:25: Ich finde jetzt auch ganz wichtig was sie gesagt hat.

00:11:27: Man muss nicht singen können Und man muss auch kein Instrument spielen können.

00:11:33: Jeder kennt es auch bei Kindern die dann einfach mal einen Topfdeckel nehmen und drauf rumklopfen weil's dann krach macht.

00:11:40: Also ich glaube, das spielt schon auch eine Rolle.

00:11:43: Dass man einfach selbst was tut dabei und mit anderen zusammen.

00:11:47: Genau!

00:11:48: Und die Zitat sagt es so schön.

00:11:53: liefern, wir müssen keine Leistung bringen.

00:11:56: Wir können einfach so sein wie wir im Moment sind und wenn gerade auch Menschen die sehr große Schmerzen haben da hilft eben Musiktherapie auch.

00:12:06: Es gibt verschiedene Ansätze aber ein ganz großartigen Ansatz finde ich zum Beispiel dass man Schmerzmusik komponiert.

00:12:15: Die Patienten zusammen mit seiner Musiktherapeutin oder Musik-Therapeut, die komponieren dann eine Musik, die den Schmerz wiedergibt.

00:12:26: Die sehr gut beschreiben wie sich der schmerz anfühlt und dann wird gemeinsam mit dem Therapeuten oder der Therapeutin eine Linderungsmusik komponniert.

00:12:36: Und dann wird sich immer diese Linderungsmusik vorgespielt wenn der Schmerzen kommt und das findet sozusagen eine Unkonditionierung im Gehirn statt bei der Reduktion von Schmerzzuständen.

00:12:51: Also man kann da einfach ganz verschiedene Ansätze finden und dann muss halt sehen, welcher Patient ist für was geeignet?

00:12:58: Manche Patienten die hören nur Musik und singen andere hören zu, anderen komponieren Schmatz, Linderungsmusiken.

00:13:08: das hängt ein bisschen ab von dem was man auch gerne mag und worauf man sich einlassen kann.

00:13:14: aber es gibt ja verschiedene Ansätzen Wie man Musik einsetzen kann, das war es gerade nur ein Beispiel.

00:13:20: Es wird ja jetzt auch grad so in Altenheim bei den Menschkranken oft solche Chöre gegründet wo die Patienten dann gemeinsam singen und da gibt's ja auch Hinweise wohl dass das sogenannte neuroplastische Prozesse wieder aktivieren kann.

00:13:36: also es heißt die Gedächtnisbildung wird damit aktiv gefördert, kann man das wirklich so sagen?

00:13:42: Also bei Demenz würde ich das nicht sagen, sondern da ist es so... Ich hatte ja vorher gesagt, dass der Hypokampus, das ist unser Seepferdchen-Gehirnareal.

00:13:54: Das ist ein sehr altes Hirnggebiet und das ist mehr in der Mitte des Gehirns und das hängt mit Langzeiterinnerung und Langzeitgedächtnis zusammen.

00:14:03: Und bei Demenzen ist es sowas die alten tiefen Hirngabieten also nicht das Vorderhirn sehr, sehr lange noch gut erhalten sind.

00:14:14: Das heißt auch wenn man sich gar nichts mehr aktuell merken kann, wenn das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr funktioniert... gibt das Langzeitgedächtnis aktivieren oder wieder ansprechen und das sind eben diese Chöre.

00:14:30: Sehr alte Volkslieder funktionieren wunderbar, Sachen die man noch kennt aus der Kindheit oder aus dem jungen Erwachsenenleben und die werden gut wieder reaktiviert und sie singen dann oft mit die Patienten und Patientinnen weil da sind noch Hirngebiete die sehr lang da sind.

00:14:48: wenn wir jetzt aber über das Gedächtnisch sprechen neuroplastische Prozesse, da kann man tatsächlich sagen ja das stimmt.

00:14:57: Also man erinnert sich eben leichter an Dinge auch wieder über das Gedächtnis die mit einer bestimmten Musik asyziiert werden.

00:15:05: Das haben wir auch untersucht und haben festgestellt wenn wir zum Beispiel mit bestimmter Musikgedächtnisinhalte einspeichern in das Gehirn also lernen kann man das dann leichter wieder abrufen.

00:15:20: Zum Beispiel auch, dass man sich dann an bestimmte Musiken erinnert.

00:15:23: Das heißt, man erleichtert die Einspeichung von innen halten und kann sie wieder leichter abrufen weil Musik- und Sprache oft ähnliche Hirnareale verwenden oder die gleichen wenn man so möchte.

00:15:37: das heisst die hängen sehr eng zusammen und sind gekoppelt und dann kann man darüber indem man zum Beispiel Musik anregt dann auch diese Sprachinhalte sozusagen wieder leicht erabrufen.

00:15:48: Hängt aber vom Landtyp ab.

00:15:51: Es gibt ja Menschen, die sind auditive Landtypen oder andere, die landen mehr visuell.

00:15:56: Ich bin zum Beispiel jemand... ich bin ein auditiver Landtyping!

00:16:00: Ich kann jetzt sehr gut Sachen marken wenn sie gesprochen werden, wenn ich sie höre.

00:16:03: Wenn ich es sehe reicht bei mir nicht und da muss man halt gucken was bin ich überhaupt von Landtypes?

00:16:10: Nicht jedes Gehirn ist gleich.

00:16:12: Das wäre nämlich jetzt meine nächste Frage gewesen.

00:16:14: Ist es dann sinnvoll, dass man mit Musik lernt?

00:16:17: Ja das muss man halt sehen ob man so ein Landtyp ist!

00:16:21: Also ich habe... kann ich also mal im eigenen persönlichen Erleben sagen Ich habe immer mit einer bestimmten Opa gelernt, die ist Aida.

00:16:30: Die liebe ich einfach und ich hab sie immer gehört und habe Anatomie auswendig gelernt in der Medizin und ganz viele Sachen.

00:16:36: Ich habe es nicht mehr bewusst wahrgenommen aber ich habe mit Aida gelernt – die ganze Schallplatte auf und runter damals!

00:16:44: Und ja das hat mir total geholfen.

00:16:46: Ich konnte viele Sachen abrufen weil ich dachte, dass habe ich doch mit dieser Aree irgendwie auswendigt gelernt.

00:16:53: Aber ich bin eben sehr Musikliebend, ich liebe Opa Und ich bin ein auditiver Landtüb.

00:16:59: Was ich aber grundsätzlich denke, es ist sehr sinnvoll sich eher eine Musik auszusuchen die nicht so viel Information hat.

00:17:06: Also AI der ist ein bisschen extrem.

00:17:08: Normalerweise funktioniert besser Instrumentalmusik, die eher gleichbleibend ist oder man nimmt eben immer die gleiche Musik?

00:17:15: Immer!

00:17:16: Die Gleiche.

00:17:17: Aber Musik, die sehr abwechslungsreich und man immer wechselt das ist nicht das was das Land fördern würde ich sagen

00:17:24: Also laute Techno-Musik bringt es nicht.

00:17:28: Nein, das glaube ich tatsächlich nicht weil es zu viel unterschiedliche Hirnareale aktiviert wie das Rhythmus, die Sprache je nachdem ob man sie mag oder nicht wieder andere Hirn Areale.

00:17:38: aber das möchten Sie ja nicht.

00:17:39: Sie möchten schon dass eigentlich eher ihre Kurzzeitgedächtnis angesprochen wird und dann an das Langzeitgedäftnis geht Aber nicht dass zum Beispiel das Rhythmus Das kleine und möglicherweise am meisten feuert, weil das ist nicht was ich möchte.

00:17:55: Jetzt hatten Sie ja schon davon gesprochen dass es da spezielle Musiktherapeutin gibt die so etwas machen.

00:18:00: wo findet man sie?

00:18:01: Ja das ist leider ein Problem.

00:18:04: Es gibt immer weniger Ausbildungsstätten dafür.

00:18:07: Wir hatten sogar früher

00:18:08: mal

00:18:10: einen Ausbildungskang von Musiktherapeuten.

00:18:12: Da wurde geschlossen Was ich sehr schade finde.

00:18:16: Aber es gibt sie natürlich noch, muss man suchen.

00:18:19: Man muss wissen, Musiktherapie ist eine

00:18:21: ganz anspruchsvolle

00:18:22: Ausbildung.

00:18:23: Denn Musiktherapi

00:18:25: ist

00:18:25: sowas wie Psychotherapino mit anderen Mitteln nicht mit Worten sondern eben mit Musik.

00:18:32: aber man lernt genauso welche Effekte hat Musik auf die Psyche?

00:18:39: Krankheiten gibt es für die Seele.

00:18:41: Wie kann man über Musikmenschen ansprechen?

00:18:44: Welche Techniken gibt es?

00:18:47: Das ist sehr, sehr anspruchsvoll und man lernt unfassbar viel wenn man Musik oder Therapeuten ist wie es dem Patienten geht.

00:18:55: Ich gebe etwas vor an bestimmte Melodie oder ein Rhythmus und wenn man zum Beispiel mit Trommeln oder Porcashens arbeitet dann wird gesehen wie reagiert der Patient oder die Patientin darauf Und daraus kann man ja sehr viel lernen, wie geht es dem Patient oder dem Patientin.

00:19:12: Oder man macht Musik zusammen und gerade bei schizofrenen Patienten oder Patientinnen die sehr aufgeregt sind hat man gemerkt das kann sein dass sie dann ganz aufgekriegt Musik machen zum Beispiel Trommeln per Cushions.

00:19:25: und dann ist die Kunst Musiktherapeutin und Therapeuten eben, dass man sozusagen den Patienten oder die Patientinnen wieder einfängt.

00:19:35: Man arbeitet dann mit dem Rhythmus der wird dann langsamer und dann merkt man das man langsam den Patienten und die PatientInnen wieder beruhigt!

00:19:44: Und das glaube ich ist sehr entscheidend, ne?

00:19:46: Dass man ganz empfindsam ist wie reagiert eine Person auf mich was Ich mache Was lern nicht darüber Wie kann ich helfen die Emotionen positiv zu verändern.

00:19:58: Und das ist eine sehr anspruchsvolle Fähigkeit, die man tatsächlich in einer langen Ausbildung lernen muss und sich tatsächlich auch sehr gut kennen, dass immer wieder bei der Psychotherapie.

00:20:10: Was natürlich auch dann glaube ich ganz schön und wichtig ist, dass die Patienten das dann selbst anwenden können – also sie das selbst lernen können wie sie mit Musik sich auch zum Beispiel beruhigen können?

00:20:22: Ja genau und das ist ja auch ein Ziel.

00:20:24: Welche Mechanismen gebe ich den Patienten oder der Patientin mit?

00:20:27: Auch bei Angst, wie kann man die reduzieren?

00:20:30: Welche Musik

00:20:31: ist

00:20:31: für diejenige Person, die vor mir sitzt eine sehr gute Möglichkeit sich wieder zu beruhigen?

00:20:39: Das hat immer was mit dem Gehirn zu tun und da finde ich, kann Musik sehr viel bewirken aber es ist eben nicht für jeden Menschen geeignet.

00:20:49: nicht jeder mag Musik.

00:20:50: Man kann es kaum glauben, da ich Musik so liebe!

00:20:53: Aber es ist tatsächlich... Sonst gibt's Menschen die warten durch Musik nicht erreicht.

00:20:57: Die mögen vielleicht tatsächlich lieber malen.

00:20:59: Kunsttherapie.

00:21:01: Das muss man einfach immer ausprobieren.

00:21:04: was für eine Person habe ich vor mir sitzen?

00:21:07: und wenn man das aber beobachtet und zieht dann kann man glaube ich sehr viel machen.

00:21:13: Ich glaube, dass viel mehr Menschen doch Musikerreichbar sind als man so landläufig meint.

00:21:18: Man muss nur schauen was für eine Musik ist das?

00:21:21: Ja aber selbst die Menschen, die gerne Musik hören haben ja manchmal einen Ohrwurm Irgendeine blöde Melodie, die einem einfach den ganzen Tag nicht aus dem Kopf geht und irgendwann auch nervt.

00:21:33: Was hat es denn mit dieser Endlosschleibe des Ohrwirms auf sich?

00:21:37: Also jetzt erstmal vom Gehirn aus gesehen ist bei Ohrwürmern folgendes.

00:21:44: Es wird das Hörgedächtnis, wird sozusagen immer ja aktiviert und hört nicht mehr auf.

00:21:51: Letzten Endes die Hörrinne und diese motorischen Sprachareale im Gehirn gehen in so eine Art Rückkopplungsschleife, die das innere Mitsingen fördern aber die gehen immer hin und her.

00:22:02: Hör Rinne, Motorisches, Sprach Areal hin und Her und es hört nicht auf!

00:22:07: Und diese Ohr Würmer getreten eben bevorzugt in Situationen auf, indem das Gehirn wenig gefördert ist.

00:22:14: Zum Beispiel bei Routine-Tätigkeiten oder beim Duschen oder wenn man gerade entspannt da sitzt und plötzlich kommt einem irgendeine Melodie im Kopf und hört nicht mehr auf beim Radfahren.

00:22:26: Es muss also sein dass man das Gehirn nicht fordert gefordert hat usw.

00:22:33: Und deswegen hilft immer dass man oh, wenn man dadurch los wird.

00:22:40: Dass man dann etwas macht was das Gehirn wieder fördert, fordert zum Beispiel lesen, Kopf rechnen oder dass man das samtelied ganz bewusst sich anhört, dass man Kaugummi kaut, das kann auch manchmal helfen um diese Rentloschleife zu unterbrechen.

00:22:58: oder eben Ablenkung, ganz aktive Ablenkung

00:23:02: Ja, das war jetzt doch ein sehr faszinierender Einblick in die Welt der Klänge und auch in ihrer heilende Kraft.

00:23:08: Und was ist so?

00:23:08: alles machen?

00:23:10: Ich fasse nochmal kurz zusammen also wir haben gelernt Wir haben einen Hirn-Netzwerk dass für das Hören zuständig sind Auch für die Musik und es spielt eigentlich keine Rolle Welte Musik man hört Es muss Musik sein, die einem selbst gefällt.

00:23:25: Dann kann Musik sehr viel bewirken sowohl bei der Hormonausschüttung als auch bei den Sachen wie Blutdrucksenkung oder Herzfrequenzsenkung.

00:23:34: Wenn es eine Musik ist, die man so gar nicht mag, dann hat man eher einen Fluchtreflex und möchte abhauen.

00:23:39: Und wir haben auch gelernt dass wenn man musiziert gemeinsam musiziert das dann auch das Bindungshormon Oxytocin vermehrt ausgeschüttet wird.

00:23:49: Und ja Musik ist weit mehr als nur ein schöner Zeitvertreib sie ist wirklich ein biologischer Impulsgeber.

00:23:55: Sie kann auch die Gedächtnis wieder fördern.

00:24:00: also Ganz tolle Geschichte, die wir da jetzt gehört haben.

00:24:05: Und herzlichen Dank, Frau Prof.

00:24:09: Pfeilerer!

00:24:09: Das war mal wieder ein super Podcast.

00:24:12: Danke schön!

00:24:13: Ja das war der Podcast Musik in der Medizin Melodie der Gesundheit.

00:24:17: In der modernen Schmerzmedizin des Jahres zwanzig, sechsundzwanzig ist die Kombination aus Hightech-Medizin und menschlichen Ur-Erfahrungen wie Rhythmus und Melodie.

00:24:26: Ein erfolgreiches Duo, das haben wir jetzt gehört.

00:24:30: Und wenn Sie mehr erfahren möchten, was die deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin so alles macht oder tiefer in weitere spannende Themen eintauchen wollen.

00:24:38: Dann schauen sie mal unsere Shownutz an und gehen Sie auf unsere Webseite!

00:24:43: Ich hoffe, Sie nehmen aus dieser Folge nicht nur einen Ohrwurm mit, sondern viele neue Informationen.

00:24:48: Danke Ihnen fürs Zuhören!

00:24:49: Bleiben sie gesund, bleiben Sie im Rhythmus und vor allem bleiben Sie interessiert.

00:24:54: Unser Podcast erscheint alle vierzehn Tage Donnerstags.

00:24:57: Abonnieren Sie uns damit Sie nichts verpassen.

00:24:59: Hören Sie auch das nächste Mal wieder rein wenn es heißt Hallo und herzlich willkommen zu Schmerzmedizin konkret dem Podcast der Deutschen Gesellschaft für Schmerzen

00:25:08: Medizin.

00:25:12: Wir freuen uns über Ihre Nachricht an info-podcast.edgschmerzmedizin.de.

00:25:20: Alle Infos finden Sie auch in den Shownotes.

00:25:23: Dieser Podcast dient der Information und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.